„SingMotion“ entfesselt Emotionen
Zwei außergewöhnliche Pop@Church-Konzerte in besonderer Umgebung
Welch gigantische Abende! Der moderne Chor „SingMotion“ des Gesangverein Ruppertshofen begeisterte die Konzertbesucher am 19. April in der Schlosskirche Schmiedelfeld und eine Woche später in der Stephanuskirche in Tonolzbronn restlos.
Mit leisen lyrischen Tönen und dann immer kraftvoller werdend eröffnete der Chor mit „A million Dreams“ jeweils den Abend, und schon das erste Lied riss das Publikum zu stürmischem Beifall hin. Im Laufe der Abende bewies der Chor unter der Leitung von Türku Su Dilan Özkaya sein Können mit einem breiten Spektrum an Literatur, am Klavier virtuos begleitet durch Melis Ertürk, am Schlagzeug einfühlsam unterstützt durch David Riedel.
„Erlaube dir heute, zu träumen“ – so lockte Diana Zidorn das Publikum weg vom Alltag in den Zauber des Abends. Filmmelodien erklangen: „Skyfall“ und „Rise“ mit eindrucksvoller Dynamik, bestechend durch präzise Einsätze, herrliche Dominanz des Soprans und kraftvolle Ergänzung durch die Altstimmen. Der deutsche Text des Songs „Speechless“ aus dem Film „Aladdin“ wurde vom Chor ruhig und monoton vorgetragen – „Wir bleiben nicht still!“ –, dann erst folgte die Interpretation des Liedes, beginnend mit wenigen Stimmen, dann mit einsetzendem Chor und überzeugender Klangfülle im Finale – das Publikum hielt die Luft an, bevor ein überwältigender Applaus einsetzte.
Locker, rockig und mitreißend erklangen „Dance the Night", optisch unterstrichen durch rosarote Barbie-Brillen, „Holding out for a Hero“ und „Heaven". Gerda Wendt erklärte mit Augenzwinkern, wie die perfekte Frau wohl aussehen müsste, um sofort klarzustellen, dass die Frau von heute sich keinesfalls in ein Klischee pressen lässt. Vorständin Mareike Kehl-Walther stellte den Chor vor und lud herzlichst dazu ein, diesem Chor, der „mit Energie, Gemeinschaftssinn und ganz viel Herz“ beseelt ist, beizutreten.
Wenn der Konzertsaal eine Kirche ist, so finden lyrische, emotionale Stücke hier einen optimalen Raum. Es erklang „The Lake lay blue", Jana Friebe wusste sehr einfühlsam die Poesie des Stückes „You raise me up“ – „Du hebst mich empor“ – zu übersetzen; Sylvia Maier nahm Bezug auf die Stelle im Matthäus-Evangelium „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ und führte so hin zum Lied „Love can build a bridge". „Like a Prayer“ passte ebenso in dieses Genre, lyrisch beginnend mit Solistinnen des Soprans, rhythmisch aufbauend, schließlich in kraftvolle Wucht des ganzen Chores mündend, wobei glockenheller Sopran über dem ganzen Lied schwebte – beeindruckende Stille im Publikum folgte, und dann laut aufbrausender, begeisterter Jubel.
Mareike Kehl-Walther bedankte sich bei allen Mitwirkenden, explizit bei den Sponsoren der Konzerte. Auch beim Schlusslied „What about us“ ließ die Konzentration keinesfalls nach, jedoch spürte man Freude, Leichtigkeit und Dankbarkeit der Sängerinnen für diese außergewöhnlichen, erfolgreichen Abende.